Zielgruppe

  • Kund:innen im SGB II Leistungsbezug
  • Vorliegender Reha-Status, d.h. Bewilligung von Leistungen zur Teilhabe (LTA) durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV)
  • Kund:innen, die bisher keine Leistungen der aktiven Arbeitsförderung erhalten konnten
  • LTA Förderung der DRV wurde bislang nicht von den Kund:innen in Anspruch genommen, respektive abgerufen

Ausführung

  • Phase I Teilhabeplan entwickeln:
    Im multiprofessionellen Team gemeinsam realisierbare berufliche Optionen erarbeiten und durch Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern und der Organisation von Betriebsbesuchen potentielle Einsatzbereiche in real life durch begleitete Tages-Hospitationen erleben, erproben und kennenzulernen
  • Phase II Erste Schritte in Richtung berufliche Teilhabe gehen:
    den/ die in Phase I erarbeiteten potentiellen Tätigkeitsbereich(e) durch mindestens 1 bis 3 MAG´s mit einem dem individuellen psychischen und physischen Leistungsvermögen angepassten zeitlichen Umfang
  • Phase III begleitete berufliche Teilhabe:
    Ziel ist aus einer der durchgeführten MAG´s aus Phase II mindestens eine geringfügige, wenn möglich vorzugsweise eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu generieren. Die Arbeitsaufnahme begleiten wir durch ein Coaching für Teilnehmende und Arbeitgeber. Bei Aufnahme einer förderungsfähigen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unterstützen wir das Abrufen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

REHA-LOTSE
Phase I: Teilhabeplan entwickeln

In der Phase I entwickeln wir im ersten Schritt gemeinsam mit dem/der Teilnehmenden einen Teilhabeplan. Dabei arbeiten wir, mit personenzentrierten Ansatz, im multiprofessionellen Team bestehend aus (Fach)Arzt/Ärztin, Psychiater:innen und Psycholog:innen, Betriebsakquisiteur:innen, Job-Coaches, Gesundheits- und Sozial-Coaches mit ressourcenorientierten Sichtweise unter Einbindung von Telemedizin und Telekonsil sowie einer Softskill Messung. Optional ist eine Betreuung über eine SGB V finanzierte therapeutische Plattform nutzbar. Auch das persönliche Lebensumfeld der Teilnehmenden, Mobilität, individuelle familiäre Situation, Freunde und grundsätzliches soziales Standing wirken individuell mit in die Teilhabeplanung.

In Phase I werden dann im zweiten Schritt diverse begleitete Kontaktaufnahmen zu regional ansässigen Arbeitgebern, Betrieben, Firmen und Institutionen mit den Teilnehmenden unternommen, so dass diese ihre Vorstellung von bestimmten Arbeits-und Tätigkeitsbereichen vor Ort selbst “prüfen” können. Diese werden dann im Anschluss gemeinsam analysiert und es werden mind. 3 ebenfalls durch Coaches begleitete Tages-Hospitationen in der Folge vereinbart.

Vorteile sind:

  • Den ersten Eindruck genauer verifizieren, wie erlebe ich einen halben/ ganzen Arbeitstag
  • Tagesstruktur/ Sozialkontakte mit potentiellen Kolleg:innen,Kund:innen, Vorgesetzten sind für die Zielgruppe der langzeitleistungsbeziehenden, gesundheitlich eingeschränkten, oft auch sozial isolierten Menschen anstrengen.
  • Begleitung durch einen Coach unterstützt, stärkt das eigene Zutrauen, hilft bei ggfs. prekären Situationen und ebnen den Weg in eine MAG zur Belastungserprobung und/ oder Eignungsfeststellung

Phase I zielt darauf ab, die Zusage für die Durchführung mindestens einer MAG bei einem Arbeitgeber zu erhalten, den die/der Teilnehmende bereits durch einen Betriebsbesuch und eine Hospitation kennengelernt hat.

Optional kann im Rahmen einer Fallkonferenz zwischen Jobcenter, Teilnehmenden und unseren Coaches der erarbeitete Fahrplan und Handlungs-Optionen für Phase II besprochen werden.

REHA-LOTSE
Phase II: Erste Schritte in Richtung berufliche Teilhabe gehen

Voraussetzung für die Teilnahme an der Phase II ist die in Phase I erarbeitete sichere Zusage für mindestens eine MAG bei einem der in Phase I bereits im Rahmen der Betriebsbesuche und Tages-Hospitationen kennengelernten Arbeitgeber. Die MAG, Maßnahme bei einem Arbeitgeber nach §45 Abs.1 Satz 1 Nr. 2 SGB III soll u.a.

  • die physische und psychische Belastbarkeit der/des Teilnehmenden für die potentiell angestrebte Tätigkeit beim Arbeitgeber eruieren
  • direkt am Arbeitsplatz unter Begleitung und Betreuung durch unsere
    Coaches berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten, Leistungsvermögen sowie die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der/des erwerbsfähigen Teilnehmenden feststellen und weiterzuentwickeln. Selbstverständlich sind während der durchgeführten MAG alle Bestimmungen des Arbeitsrechts einzuhalten!
  • Während und nach der MAG wird gemeinsam mit der/dem Teilnehmenden und den Coaches aus unserem multiprofessionellen Team eine Analyse durchgeführt und darauf aufbauend eine Handlungsstrategie für das weitere optionale Vorgehen (weitere MAG´s, welche und weitere Unterstützungsoptionen, ggfs. Erhöhung/Verringerung der Wochenarbeitszeit u.a.) zu erarbeiten.

Phase II endet mit einer optionalen Fallkonferenz zwischen Jobcenter, Teilnehmenden und unseren Coaches. Bei begründetem Handlungsbedarf kann die Phase II wiederholt werden, wenn bei der/dem Teilnehmende unter Belastung der MAG´s neue bislang noch nicht bekannte gesundheitliche Gründe ein neues Framing potentieller Einsatz- und Tätigkeitsbereiche notwendig machen.

REHA-LOTSE
Phase III: Begleitete berufliche Teilhabe

Voraussetzung für die Teilnahme an der Phase III ist die Aufnahme, respektive das Angebot für die Aufnahme eines konkretes Beschäftigungsverhältnis, mindestens eines geringfügigen, das im Kontext der gemeinsamen Arbeit mit der/dem Teilnehmenden in den Phasen I und II generiert werden konnte.

Die Arbeitsaufnahme wird durch unsere Coaches bedarfsgerecht und individuell begleitet. Hier stehen sowohl Job- wie auch Gesundheits-Coaches, (Fach)Arzt/Ärztin, Psychiater:innen und Psycholog:innen wie Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen der/dem Teilnehmenden zur Unterstützung und Erhalt des Beschäftigungsverhältnisses zur Verfügung. Das langfristige Ziel ist es geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zu stabilisieren und sofern leistungsmäßig möglich, in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse auszubauen.

Bei Aufnahme sozialversicherungspflichtiger Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen werden Teilnehmende und ihre potentiellen Arbeitgeber bei der Beantragung von Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsleben (LTA) bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger entsprechend supportet und unterstützt.

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